Lancia Delta HF Intergrale EVO

 

Die dritte und letzte markante Evolutionsstufe des allradgetriebenen Delta mit der schlichten Bezeichnung Lancia Delta HF integrale war Ende 1991 mit Blick auf einen weiteren Einsatz in der Rallye-Weltmeisterschaft entwickelt worden und trat im Januar 1992 ins Licht der Öffentlichkeit – obwohl zu diesem Zeitpunkt der werkseitige Rückzug aus der Rallye-WM schon beschlossene Sache war. Ganz und gar nicht schlicht war jedoch der Auftritt dieses Autos, das unter den begeisterten Lancisti weltweit nur noch „Evo“ oder „Deltona“ genannt wurde. Noch breiter und matrialischer war seine Aufmachung. Ausserdem entstand vom Evo in zügiger Folge nun eine ganze Reihe ebenso interessanter wie exklusiver Sonderserien, die heute das Salz in der Delta-Suppe darstellen und deren Exemplare rasch zu hoch gehandelten Sammlerstücken avancierten.
Lancia präsentiere die aufgefrischte Version des siegreichen Hochleistungssportlers aus Homologationsgründen zunächst mit dem Kat-losen 220 PS starken 16V-Triebwerk des Vorgängermodells, einem weiter verbesserten Allradantrieb, einem Sicherheitsfahrwerk und einem serienmässig grossen A.B.S. Für die wichtigsten Exportmärkte Deutschland und Schweiz wird der Integrale (Als Evo 1 8V cat.) jedoch ausschliesslich mit dem überarbeiteten 177 PS starken Triebwerk des Integrale 8 V Cat. ausgerüstet, das eine lambdasondengeregelte Abgasreinigung besitzt. Für ganz Hartgesottene gab es die 210-PS-Version (Evo 1/16V).
Der –niemals offiziell so genannte – Evo I verkörperte mehr denn je automobile Spitzen-Technologie mit vielen ausgeklügelten Detail-Lösungen. Die unter den Aspekten Sportlichkeit, Sicherheit und Komfort vorgenommenen innovativen Veränderungen bei Mechanik, Styling und Ausstattung machten ihn – als 8V Cat. wie als 16V zu einem exklusiven Top-Produkt im Segment der allradgetriebenen Hochleistungsportwagen.
Das nach wie vor moderne 4-Zylinder-Triebwek des Delta HF integrale (als Evo 1/8V Cat.) entsprach dem bereits im Vorgängermodell eingesetzten Motor mit 1995 cm3 Hubraum. Die Höchstleistung des abgasgereinigten Aggregats betrug unverändert 177 PS bei 5250/min. Sein maximales Drehmoment von 290 NM liefert der aufgeladene Vierzylinder bereits bei 2750/min und garantiert eine harmonische Leistungsentfaltung über ein breites Drehzahlband. Seine ausgezeichnete Durchzugskraft lässt das 1200 kg schwere Fahrzeug auch aus niedrigen Drehzahlbereichen heraus souverän beschleunigen. Der Spurt von 0 auf 100 km/h ist nach 6,9 s erledigt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 212 km/h. Einige technische Leckerbissen weist das neu gestaltete Sportfahrwerk auf, welches optimale Fahreigenschaften und grösstmögliche Sicherheit unter extremen Bedingungen garantiert. Die Verbreiterung der Spurweite um satte 54 mm vorn und 60 mm hinten führte zur einer deutlichen Verbesserung der Fahrstabilität, der Strassenlage und dem Handling in Grenzsituationen. Die oberen Befestigungspunkte der Stossdämpfer, den sogenannten Domkuppeln werden mit einer massiven Querstrebe aus Aluminium miteinander verbunden. Die technische Weiterentwicklung bei der Fahrwerkskonstruktion führte beim Evo 1 auch zu einigen Veränderungen an der Karosserie. Die auffällige Wölbung der Motorhaube wurde nochmals erhöht und die Kotflügel und die seitlichen Schweller massiv verbreitert.

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